Einfach Draußen


Das Projekt "Einfach draußen" ist eine Entdeckungsreise in die heimsche Natur bei der es darum geht zu erleben was Bewegung unter freiem Himmel alles zu bieten hat, was es zum Beispiel bedeutet sich nur mit dem Nötigsten ausgerüstet eine Unterkunft zu bauen oder sich selber eine Mahlzeit zuzubereiten.

Einer Gruppe von 20 Kindern im Alter von 12-14 Jahren soll am 17. und 18. Juni 2017 in einem abgegrenzten Waldgebiet in der Nähe von Aukrug die Möglichkeit geboten werden, neue Aspekte der Beschäftigung kennenzulernen. Die Bewegung an der frischen Luft steht natürlich im Vordergrund. Vom Schnitzen am Lagerfeuer bis zu Kletter- und Geländespielen ist alles dabei.

Organisation:
Tim Lüders, Moritz Voigt, Jule Mohr, Tarek Fuhrmann und Christine Mühler

Kontakt:
Tim Lüders: tim_lueders[at]gmx.de 0157 57292167


Spaß durch Bewegung

Norddeutsche Rundschau: 24 Stunden ohne Handy und TV

Zwölf Mädchen und Jungen testen das Leben im Wald ohne Luxus

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Itzehoe/Aukrug - Rund um die Uhr draußen sein – ganz ohne Handy, Computer und Fernseher. Feuerholz selbst suchen, ein Nachtlager bauen, unter freiem Himmel schlafen. Was viele Kinder nur noch aus Filmen kennen, erlebten zwölf Jungen und Mädchen im Alter von elf bis 15 Jahren jetzt hautnah. Bei der Aktion „Einfach draußen“, die Teil des Projekts „Toben macht schlau“ ist, gingen sie 24 Stunden auf Entdeckungsreise in die Natur. Als die Gruppe am Sonnabend in „ihrem“ Waldstück in der Nähe von Aukrug ankam, gab es dort nichts außer Bäumen, Büschen, Moos und Steinen. Und der Wetterbericht versprach naßkalte Ungemütlichkeit statt einer lauen Frühlingsnacht.

Also hieß es: Alle mal anpacken! Aus Planen und Pfählen bauten die Jungen und Mädchen ein trockenes Nachtlager, sie sammelten Feuerholz und schnippelten Gemüse für das Abendeßen. Und damit die Gemüsesuppe es überhaupt in den Bauch schaffte, mußten erst einmal Holzlöffel geschnitzt werden. „Alle haben sich irgendwo verkrochen und geschnitzt“, sagt Tim Lüders, Hauptorganisator und neben Christine und Katharina Mühler sowie Moritz Voigt einer der Betreuer der Gruppe. Das Konzept orientiert sich an der Idee des „Frisluftsliv“, das aus skandinavischen Ländern stammt. „Wir gehen raus in die Natur, um sie zu erleben und mit ihr zu leben, sie dabei aber so zu laßen, wie sie ist“, erklärt Tim Lüders. Zu Beginn wurde ausführlich über das Thema Natur und Wald gesprochen und klar gemacht: „Wir sind hier nur Gäste im Wohnzimmer der Tiere, entsprechend müßen wir uns verhalten. Und wenn wir wieder abdampfen, müßen wir dafür sorgen, daß wir alles so hinterlaßen, wie es vorher war.“ Das ist natürlich auch ganz im Sinne von Förster Torsten Nowak, der die Aktion unterstützt.

Außer einer Slackline zum Balancieren werden dabei kaum Beschäftigungsideen vorgegeben. „Wir wollen, daß sie allein kreativ werden und sich selbst etwas ausdenken“, sagt Tim Lüders. Nicht nur ihre Handys mußten die Teilnehmer zu Beginn abgeben, sondern auch ihre Uhren – sie sollten wieder ein Gefühl für Zeit bekommen. „Viele kennen vielleicht noch den nächsten Spielplatz oder Park, aber in die richtige Natur kommen sie selten“, weiß Tim Lüders. „Wir wollen die Kinder in Bewegungsvielfalt und –umfang fördern, sie aus dem städtischen Raum mit nach draußen nehmen und ihnen zeigen, was es noch für Möglichkeiten der Bewegung gibt.“ Dabei werde darauf geachtet, daß auch Kinder dabei sind, deren Eltern nicht die Möglichkeit oder Motivation haben, ihren Kindern selbst so etwas zu bieten.

„Die Gruppe ist ganz bunt gemischt“, betont Tim Lüders. Und trotzdem berichten nach der Nacht und dem Frühstück unter freiem Himmel alle von ähnlichen Erfahrungen: „Es war kalt, aber cool“, sind sich Nelli und Caroline (beide 12) aus Dägeling einig. Die kalten Füße waren für die Mädchen dabei weit schlimmer als die Vorstellung, im Nachtlager womöglich von einer Ameise oder Spinne besucht zu werden. Sarah (14) und Liv-Grethe (15) aus Hohenlockstedt waren vor zwei Jahren, als die Aktion zum ersten Mal stattfand, schon dabei. Und auch diesmal ist es wieder spannend für sie. Besonders das Schnitzen der Löffel sei gut, meint Liv-Grethe. „Auch wenn es ein bißchen länger dauert“, sagt Sarah lachend.

Lars aus Itzehoe war schon zum dritten Mal dabei – aber zum ersten Mal bei Regen. „Wenn wir nicht rechtzeitig mit dem Aufbau fertig geworden wären, wäre es kritisch geworden“, meint er. Der 15-Jährige lernt durch den Ausflug in die Natur den heimischen Luxus wieder mehr zu schätzen: „Man merkt, wie toll es ist, ein richtiges Bett zu haben und auch mal baden zu können.“ Für viele Teilnehmer sei das Abenteuer durchaus auch mit Grenzerfahrungen verbunden, sagt Tim Lüders. „Es ist spannend zu sehen, wie sie damit umgehen.“

Daniel und Aaron (beide 11) aus Itzehoe fühlen sich nun jedenfalls für die Widrigkeiten der Wildnis gerüstet. „Es ist traurig, daß es nur über einen Tag geht, ich würde am liebsten eine Woche bleiben“, meint Daniel. Genau wie Aaron möchte er „auf jeden Fall nächstes Jahr wieder mitkommen“. Es sei cool gewesen, alles selbst machen zu müßen, finden die Jungs. „Wir sind jetzt schon ein bißchen Survival-Profis.“

Katrin Götz - Di, 17. Mai 2016

einfach draußen
Artikel Norddeutsche Rundschau 2014





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